Main menu:


Suche

Kategorien

Archiv

Motion Gentechfreie Landwirtschaft eingereicht

Hochstamm in WeideHeute wurde im Kanton Thurgau durch Toni Kappeler die Motion “Gentechfreie Landwirtschaft” eingereicht.

Der Regierungsrat wird ersucht, das Landwirtschaftsgesetz dahingehend zu ergänzen, dass eine gesetzliche Grundlage zu Förderung der gentechnikfreien Landwirtschaft geschaffen wird.

Begründung

Grossräumige Gefährdung

Mögliche Kontaminationen durch gentechnisch verändertes Erbgut stellen für IP- und Biobauern, für Saatgutproduzenten, für das nachgelagerte Gewerbe (Mühlen, Lebensmittelproduzenten) eine existentielle Bedrohung dar. Eine mögliche Freiset-zung von gentechnisch veränderten Pflanzen – Beispiel: Weizen, Mais, Raps – gefährdet die Arbeit der Landwirte. Pollenflug und Insektenbestäubung machen es notwendig, dass die gentechfreie Landwirtschaft grossräumig geschützt werden muss.

Gentechfreies Saatgut

Das Gentechnikgesetz verlangt in Artikel 7 den Schutz der Produktion ohne gentechnisch veränderte Organismen vor der Kontamination durch gentechnisch verändertes Erbgut. Um diese Schutznorm umzusetzen, muss zwingend die Saatgut-versorgung für den gentechnikfreien Landbau sichergestellt werden. Es ist sinnvoll und notwendig, jetzt – vor Ablauf der Moratoriumsfrist für den Anbau von Gentech-Pflanzen – über die Errichtung von genügend grossen geschützten Regionen zur gentechfreien Saatgutproduktion nachzudenken. Dies vor allem dort, wo bereits heute ein Schwerpunkt der Saatgutproduktion besteht – so im Thurgau, im Zürcher Unterland und im angrenzenden Ausland.

Marktvorteil

Zunehmend öffnet sich der Markt für landwirtschaftliche Produkte. Aus verschiede-nen Gründen (Strukturen, geografische Voraussetzungen, Preisniveau) kann unsere Landwirtschaft hinsichtlich der Produktepreise nicht mit der EU-Massenproduktion mithalten. Um überleben zu können, muss unsere Landwirtschaft im In- und vor allem im Ausland Produkte anbieten können, die sich bezüglich Qualität, Herstellung und Ökologie deutlich von EU-Produkten abheben. „Natürlich gentechfrei – natürlich us em Thurgau!“ würde unserer Landwirtschaft einen klaren Marktvorteil verschaffen. Dafür gibt es auch in der EU ein natur- und gesundheitsbewusstes Kundensegment.

Ergänzung des Landwirtschaftsgesetzes

Tatsächlich bieten sich unser kantonales Landwirtschaftsgesetz förmlich an, eine Ergänzung in Richtung Förderung der gentechfreien Landwirtschaft zu erfahren. Bereits heute enthält es folgende Paragraphen:

§2 Der Regierungsrat erlässt ein Leitbild für die Thurgauer Landwirtschaft. (Ziele: …) Ausrichtung der Produktion auf nachhaltige Bewirtschaftungsweisen und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

§6 Er (der Kanton) kann umweltschonende Anbauverfahren (…) fördern.Er unterstützt Institutionen und Massnahmen, deren Zweck die Qualitäts- und Absatzförderung ist.
§7 Der Kanton kann Anbau, Herstellung, Veredelung und Vermarktung innovativer oder ökologische wertvoller Produkte fördern, die eine Wertschöpfung für den Thurgau und seine Betriebe bringen.

Nun könnte argumentiert werden, dass mit diesen gesetzlichen Voraussetzun-gen eine Förderung der gentechnikfreien Landwirtschaft auch ohne Ergänzung möglich wäre. Wir sind jedoch von der Notwendigkeit des Motionsanliegens überzeugt: Das fünfjährige Gen-Moratorium bringt der Landwirtschaft, der Bevölkerung und der Natur langfristig nur dann ökonomische und ökologische Vorteile, wenn jetzt gesetzgeberisch gehandelt wird und die gentechfreie Landwirtschaft explizit und verbindlich gefördert wird.

Schreibe einen Kommentar