Zurück zu den Wurzeln!
Der erste Weltagrarbericht sagts: Zurück zu den Wurzeln! «Bei uns ist Bio chick, in Afrika ist es die Strategie gegen Hunger», sagt der Schweizer Biologe Hans Rudolf Herren, Co-Präsident des globalen Landwirtschaftsberichts IAASTD. 400 Wissenschafter arbeiteten daran während vier Jahren.Was trug die Agrarforschung in den letzten 50 Jahren zur Meisterung der weltweiten Nahrungsmittelkrise bei? Wie soll es in den nächsten 50 Jahren weitergehen? Die Antworten lassen aufhorchen.
Die «Internationale Bewertung von Agrarwissenschaften und -technologien für Entwicklung» IAASTD wurde unter der Leitung der Weltbank und der UNO-Welternährungsorganisation FAO gegründet, der Bericht am diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel in Johannesburg verabschiedet. Er enthält bemerkenwerte Erkenntnisse.
Der Intensivanbau in Monokulturen mit hohem Einsatz an Kapital und Energie hat keine Zukunft. So eine der Hauptaussagen. Gefordert wird: radikale Umkehr bei Agrarforschung und Entwicklung, Erhaltung und Erneuerung der natürlichen Ressourcen, ökologischer Anbau, Regionalisierung der Landwirtschaft. Zusammengefasst: Zurück zu den Wurzeln, um die Fruchtbarkeit unserer Böden zu erhalten, Voraussetzung für das Leben schlechthin.
In der Schweiz werden Produktion, Anbau und Vermehrung von natürlichem Saatgut durch kompetente Bauern mit Berufsstolz getragen. Davon zeugt auch das Siegel «Swiss Garantie», mit dem der Schweizerische Bauernverband für Gentechfreiheit wirbt. Die Schweiz ist zudem europaweit ein wichtiger Standort innovativer Saatgutentwicklung, wie sie beispielsweise die Sativa AG in Rheinau betreibt. Anders bei der ökologischen Agrarforschung. Sie fristet hierzulande noch ein Mauerblümchendasein. Wo es sie gibt, trägt sie aber Früchte. Beispiel: Der gentechfreie Weizen «Granite» der schweizerischen Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil eignet sich nicht nur für unsere extensiv bewirtschafteten Böden. Er war letztes Jahr in zwei US-Staaten unter den zehn am meisten angebauten Weizensorten.
Fazit: Forschung ja! Aber mit Blick auf die Natur und damit auf unsere Zukunft. Den Trumpf Qualität dürfen wir nicht aus der Hand geben.
Veröffentlicht: August 20th, 2008 unter Information.
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