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Aktionsbericht Nr. 1 / 2008

Im ersten Teil des Jahres 2008 arbeiteten wir an 3 Hauptrojekten: Koordination für die Initiative gentechnikfreie Bodenseeregion, Teilnahme am europäischen Kongress Planet Diversity sowie einer Tagung in Zürich Reckenholz über die Agro-Gentechnologie.

Saatgutvielfalt und Politik – es regt sich was!
Anfang Jahr koordinierten wir für die Schweiz die «Initiative für eine gentechnikfreie Bodenseeregion», weil im Entwurf zum neuen Bodenseeleitbild wichtige Punkte fehlten: Der Schutz des Saatguts, der Erhalt biologischer Vielfalt und die Sicherstellung gentechfreier Landwirtschaft als Grundlage einer Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Mitte April überreichten wir gemeinsam mit den Anrainerländern dem Präsidenten der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) 13 000 Unterschriften. Die IBK hat Ende Juni erfreulicherweise wesentliche Forderungen unserer Initiative aufgegriffen (PDF-Bericht, Seite 9 und 22), zwar nicht wörtlich, aber inhaltlich. Ein wichtiger Schritt in der bodenseeweiten Zusammenarbeit und ein schöner Erfolg der Initiative!

Regionale Saatgutvielfalt und gentechfreie Landwirtschaft standen auch beim
4. Europäischen Kongress «Planet Diversity» in Bonn Mitte Mai im Zentrum. Gen Au Rheinau war mit einer Delegation vertreten, gestaltete Workshops mit und knüpfte wichtige Kontakte unter den über 600 Teilnehmenden, die  aus rund 100 Ländern angereist waren. Der 5. Kongress findet 2009 in Luzern statt (KKL, 24./25. April). Ein wertvolles Timing im Hinblick auf die Lobbyarbeit zur Ver-längerung des Schweizer Gentech-Moratoriums! Das Konferenzthema heisst «Food and Democracy», die Vorbereitungsarbeiten haben bereits begonnen, wir wirken mit (ab August 2008: www.gmo-free-conf2009.ch).

Wo seit April ein Gentech-Weizen-Freisetzungsversuch stattfindet, lud Ende Juni die Schweizer Forschungsanstalt Zürich Reckenholz erstmals zu einer kontroversen Tagung über die Agro-Gentechnologie ein. In der Antwort auf einen unserer politischen Vorstösse hatte die Zürcher Regierung einen entsprechenden Dialog über Risikoforschung bereits vor einem Jahr begrüsst. Im Publikum waren auch zahlreich bayrische LandwirtInnen vertreten, die über ihre schlechten Erfahrungen mit der Koexistenz berichteten, etwa in sozio-ökonomischer Hinsicht. Ein Botaniker der Uni Zürich legte dar, dass es zu wenig ökologische Nutzpflanzenforschung gäbe und der Einfluss der Umwelt oft viel grösser sei, als jener der Gene. Dazu ergänzte ein Entwicklungssoziologe der Uni Linz, dass ein Gen mehr als nur eine Funktion besässe, und diese wiederum unter Anpassung an das Klima erfolge. Ein Vorstandsmitglied des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds wies auf die hohen Kosten hin, die den Imkern als Kleinunternehmer bei Kontaminationsverdacht entstün-den (Laboranalysen). Der Geschäftsführer von Bio Suisse schliesslich betonte, dass gentechfreie Landwirtschaft ein Trumpf sei, gerade im Hinblick auf den Agrarfreihandel. Sein Wort in aller Ohr!