Das Programm zu 1001 Gemüse
Programm Samstag
Programm Sonntag
Referate vom Sa. 8. Sept. 07
13-14 Uhr: Vielfalt geniessen - 1001 Gemüsesorten &Co.
Martin Ott, Landwirt, Mitinitiator von Fintan und ’1001 Gemüsesorten & Co.’, Schweiz
14-15 Uhr: Vielfalt geniessen - und Lebenräume für Tiere bewahren
Anita Idel, Tierärztin, Projektmanagement Tiergesundheit & Agrobiodiversität, Deutschland
15-16 Uhr: Vielfalt geniessen - und die ökonomische Zukunft sichern
Felix Prinz zu Löwenstein, Naturland-Landwirt, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Deutschland
16-17 Uhr: Vielfalt geniessen - und über die geheimnisvolle Pflanze staunen.
Florianne Koechlin, Biologin, Autorin von ’Zellgeflüster’, Geschäftsführerin Blauen-Institut, Schweiz
17-18 Uhr: Vielfalt geniessen - Vielfalt leben
Sepp Holzer, Landwirt, Gründer der Holzerschen Permakultur, Österreich
13-14 Uhr: Vielfalt geniessen - 1001 Gemüsesorten &Co.
Martin Ott, Landwirt, Mitinitiator von Fintan und ’1001 Gemüsesorten & Co.’, Schweiz
Überall dort, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt, entsteht Vielfalt. Ungenutzter Raum jedoch ist rar. Deshalb müssen wir den Erhalt der Vielfalt bewusst an die Hand nehmen. Das kann zu ganz unerwarteten Allianzen führen, wie bei diesem Fest, wie in der Rheinau selbst: Kooperation statt Konkurrenz, offene Grenzen statt Abschottung, Genuss statt Kaufrausch, vielfältige Menschen, Sorten, Arten, Rassen. Auch unsere Rheinau-Züchtungsphilosophie entspricht mit Standort angepassten Lokalsorten diesem Ziel: eine lebendige, reichhaltige Gegenwelt zu Monokultur tauglichen Einheitssorten.
14-15 Uhr: Vielfalt geniessen - und Lebenräume für Tiere bewahren
Anita Idel, Tierärztin, Projektmanagement Tiergesundheit & Agrobiodiversität, Deutschland
Die Vielfalt der in der Landwirtschaft genutzten Tierrassen ist akut in Gefahr. Rationalisierung, Spezialisierung und Normierung haben zu einer extremen Verarmung und Vereinheitlichung geführt. Dabei steht und fällt die Ernährungssicherheit mit der Vielfalt. Bei Rindern und Schweinen dominieren heute nur noch wenige Rassen. Noch krasser sieht’s bei den Hühnern aus: Nur drei Zuchtunternehmen beliefern den Weltmarkt mit Hybridhühnern. Ob Eichelschweine im Schweinsgalopp, aufbaumende Puten oder umweltfreundliche Rinder – Tierrassen prägen unsere Landschaft.
15-16 Uhr: Vielfalt geniessen - und die ökonomische Zukunft sichern
Felix Prinz zu Löwenstein, Naturland-Landwirt, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Deutschland
Eine vielfältige Welt ist ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Nachhaltigkeit – das Einzige, das sich langfristig wirtschaftlich rechnet – braucht vielfältige Fruchtfolgen und Produktionszweige. Sowohl bei uns wie auch in den Ländern des Südens. Gefährlich wird’s, wenn die Natur unter einzelnen Aspekten betrachtet wird, wie aktuell etwa die Tauglichkeit von Pflanzen als Energielieferanten. Das sind Sackgassen. Politische Entscheidungen und Forschungsanstrengungen müssen der Vielfalt folgen: Nur wer fähig ist, das Ganze zu sehen, kann richtig forschen, entscheiden und handeln.
16-17 Uhr: Vielfalt geniessen - und über die geheimnisvolle Pflanze staunen.
Florianne Koechlin, Biologin, Autorin von ’Zellgeflüster’, Geschäftsführerin Blauen-Institut, Schweiz
Betrachtete man Pflanzen früher als Roboter, die einfach ihr genetisches Programm abspulen, weiss man heute, dass sie dauernd miteinander kommunizieren und einander warnen – mit Hilfe von Duftstoffen. Pflanzen können auch aus Erfahrung lernen und sich erinnern. Ein Gang durch die Natur ist begleitet von einem unendlichen Gemurmel von Duft- und Botenstoffen. Sind Pflanzen ’sensibel’? Sind sie wahrnehmungsfähig? Haben sie eine Würde? Die Suche nach neuen Interpretationen dessen, was Leben ist, ist ein wunderbares Abenteuer.
17-18 Uhr: Vielfalt geniessen - Vielfalt leben
Sepp Holzer, Landwirt, Gründer der Holzerschen Permakultur, Österreich
Die Holzersche Permakultur ist eine alternative Landbewirtschaftung. Sie offeriert Lösungsvorschläge für Probleme der Gegenwart, sie kreiert Vielfalt, ermöglicht scheinbar Unmögliches. Durch das Beobachten der Mitlebewesen, wird bewusst, dass die Natur perfekt ist und die Schöpfung an alle gedacht hat; dass alles miteinander in Verbindung steht und dass es hier nichts zu verbessern gibt. Es ist unsere Aufgabe, das zu bewahren. Durch einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung und den Mitlebewesen profitiert der Mensch selbst am meisten, und Bauer sein, wird zum schönsten Beruf.
Veröffentlicht: August 23rd, 2007 unter Aktivitäten.
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